Presse

BMGS

Pressestelle

Berlin, den 21.01.2004

Bundessozialministerium, Arbeitgeber und Gewerkschaften einig: Betriebliche Altersversorgung muss weiter ausgebaut werden

Auf Einladung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung haben Arbeitgeber und Gewerkschaften gestern am späten Nachmittag ein Gespräch über die zukünftige Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge geführt. Die von Staatssekretär Heinrich Tiemann geleitete Gesprächsrunde mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen war sich einig:

Die betriebliche Altersversorgung erlebt zurzeit eine deutliche Ausbreitung. Nach Jahren der Stagnation bzw. des Rückgangs ist die Zahl der Anspruchsberechtigten auf eine betriebliche Altersversorgung wieder gestiegen. Derzeit verfügen rund

15,3 Millionen Beschäftigte über eine betriebliche Altersversorgung, entsprechend ca. 57 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Zwischen Januar 2002 und März 2003 haben ca. 300.000 Betriebe eine Zusatzvorsorge neu eingeführt oder ausgebaut.

Diese positive Entwicklung geht vor allem auf Initiativen der Tarifvertragsparteien zurück, die u.a. die staatlichen Förderangebote genutzt bzw. eigene Fördersysteme entwickelt haben. Für rund 20 Millionen Arbeitnehmer ist mittlerweile in Tarifverträgen die Möglichkeit zur Beteiligung an der Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung geschaffen worden.

Damit ist aus Sicht der Beteiligten ein nachhaltiger Prozess in Gang gesetzt worden. Die Notwendigkeit einer ergänzenden Altersversorgung ist allgemein anerkannt. Der eingeschlagene Weg des Ausbaus einer zusätzlichen Altersvorsorge muss deshalb weiter gegangen und zum Erfolg geführt werden.

Vor diesem Hintergrund werden die jetzt vereinzelt getroffenen Entscheidungen von Unternehmen, ihre betriebliche Altersversorgung zu vermindern, nicht als Signal zur Änderung einer Tendenz gesehen. Es wird jedenfalls nicht erwartet, dass dadurch der eingeleitete Aufbauprozess der betrieblichen Altersvorsorge nachhaltig gestört wird. Die Beteiligten zeigten sich vielmehr zuversichtlich, dass im Rahmen staatlicher Förderung auch durch tarifliche Initiativen mittel- und langfristig eine möglichst große Breitenwirkung in der betrieblichen Altersversorgung erreicht werden kann.